Nachschlagewerk
Glossar: Einbürgerung Schweiz von A bis Z
Niederlassungsbewilligung, Konkordanz, Landsgemeinde? Klingt komplizierter als es ist. Hier findest du jeden Begriff einfach erklärt.
A
AHV
Alters- und Hinterlassenenversicherung. Die staatliche Altersvorsorge der Schweiz, die 1. Säule. Jeder, der in der Schweiz lebt oder arbeitet, zahlt AHV-Beiträge ab 20 Jahren. Als Rentner bekommst du eine monatliche AHV-Rente.
B
Bundesrat
Die Regierung der Schweiz besteht aus 7 Bundesräten (Ministern). Jeder leitet ein Departement. Der Bundespräsident wechselt jährlich und ist kein Staatsoberhaupt im klassischen Sinn, sondern "Erster unter Gleichen".
Bundesversammlung
Das Schweizer Parlament, bestehend aus zwei Kammern: Nationalrat (200 Mitglieder, nach Bevölkerung) und Ständerat (46 Mitglieder, je 2 pro Kanton). Zusammen wählen sie den Bundesrat.
Bürgerrechtsgesetz (BüG)
Das Bundesgesetz, das die Einbürgerung regelt. Die aktuelle Version ist seit 2018 in Kraft und legt die Voraussetzungen für die ordentliche und erleichterte Einbürgerung fest.
C
C-Ausweis
Die Niederlassungsbewilligung. Unbefristete Aufenthaltserlaubnis in der Schweiz. Voraussetzung für die ordentliche Einbürgerung. Du bekommst ihn normalerweise nach 5 oder 10 Jahren mit B-Ausweis.
D
Doppelbürgerschaft
Zwei Staatsbürgerschaften gleichzeitig besitzen. Die Schweiz erlaubt das seit 1992 ohne Einschränkungen. Ob dein Herkunftsland es auch erlaubt, ist eine andere Frage.
E
Eidgenossenschaft
Der offizielle Name der Schweiz: Schweizerische Eidgenossenschaft. Geht auf den Rütlischwur von 1291 zurück, als die drei Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden einen Bund schlossen.
Erleichterte Einbürgerung
Ein schnelleres Verfahren für bestimmte Personen: Ehepartner von Schweizern (3 Jahre Ehe, 5 Jahre Wohnsitz), 3. Generation Ausländer oder Staatenlose. Kostet CHF 900 beim Bund.
F
fide-Sprachnachweis
Ein Sprachtest speziell für die Schweiz. Prüft Alltagssituationen wie Einkaufen, Arztbesuch oder Behördengang. Wird für die Einbürgerung als Nachweis von B1 mündlich und A2 schriftlich akzeptiert.
Föderalismus
Das Prinzip, dass Bund, Kantone und Gemeinden jeweils eigene Aufgaben und Kompetenzen haben. Die Schweiz ist einer der föderalistischsten Staaten der Welt. Kantone haben eigene Verfassungen, Gerichte und Steuergesetze.
Frauenstimmrecht
Auf Bundesebene erst seit 1971, auf Kantonsebene in Appenzell Innerrhoden sogar erst seit 1990. Eine beliebte Prüfungsfrage.
G
Gemeindeversammlung
In kleineren Gemeinden entscheiden die Stimmberechtigten direkt an der Versammlung über Budget, Steuern und Einbürgerungen. In grösseren Gemeinden übernimmt das ein Gemeindeparlament.
Gewaltenteilung
Legislative (Parlament macht Gesetze), Exekutive (Bundesrat führt aus), Judikative (Gerichte urteilen). Auf allen drei Ebenen: Bund, Kanton, Gemeinde.
I
Initiative
Volksinitiative: 100'000 Unterschriften in 18 Monaten, dann kommt ein Vorschlag zur Abstimmung. Eines der wichtigsten Instrumente der direkten Demokratie in der Schweiz.
K
Konkordanz
Das Schweizer Prinzip, alle grossen Parteien in die Regierung einzubinden statt eine Opposition zu haben. Die "Zauberformel" teilt die 7 Bundesratssitze auf die grössten Parteien auf.
L
Landsgemeinde
Öffentliche Versammlung aller Stimmberechtigten auf einem Platz, die per Handzeichen abstimmen. Gibt es heute nur noch in Glarus und Appenzell Innerrhoden.
N
Nationalrat
Die grosse Kammer des Parlaments mit 200 Sitzen. Die Sitze werden nach Bevölkerungsgrösse auf die Kantone verteilt. Zürich hat am meisten (35), kleine Kantone je 1 Sitz.
Neutralität
Die Schweiz ist seit dem Wiener Kongress 1815 dauerhaft neutral. Das heisst: keine Militärbündnisse, keine Kriegsbeteiligung. Die Neutralität ist nicht in der Verfassung festgeschrieben, gilt aber als Staatsmaxime.
Niederlassungsbewilligung
Siehe C-Ausweis. Unbefristete Aufenthaltsgenehmigung. Voraussetzung für die ordentliche Einbürgerung. Gibt es nach 5 oder 10 Jahren B-Ausweis, je nach Nationalität und Integrationsgrad.
O
Obligatorisches Referendum
Bei Verfassungsänderungen muss das Volk automatisch abstimmen. Braucht die doppelte Mehrheit: Mehrheit der Stimmenden UND Mehrheit der Kantone.
R
Referendum
Fakultatives Referendum: 50'000 Unterschriften in 100 Tagen gegen ein neues Gesetz, dann kommt es zur Volksabstimmung. Zusammen mit der Initiative das Herzstück der direkten Demokratie.
Rütlischwur
Der legendäre Schwur der drei Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden am 1. August 1291 auf der Rütliwiese. Gilt als Gründungsmoment der Eidgenossenschaft. Ob er wirklich so stattfand, ist historisch umstritten.
S
Ständerat
Die kleine Kammer des Parlaments mit 46 Sitzen. Jeder Kanton hat 2 Sitze, Halbkantone je 1. Vertritt die Interessen der Kantone auf Bundesebene.
Subsidiarität
Was die Gemeinde regeln kann, soll die Gemeinde regeln. Erst wenn sie es nicht kann, übernimmt der Kanton. Und erst dann der Bund. Die Aufgaben werden von unten nach oben verteilt.
V
Vier Landessprachen
Deutsch (~63%), Französisch (~23%), Italienisch (~8%) und Rätoromanisch (~0.5%). Rätoromanisch ist Amtssprache nur im Kanton Graubünden und auf Bundesebene nur im Verkehr mit Rätoromanisch-Sprechenden.
Z
Zauberformel
Die informelle Regel zur Zusammensetzung des Bundesrats: Die grössten Parteien teilen sich die 7 Sitze. Aktuell: 2 FDP, 2 SP, 2 Mitte, 1 SVP. Die Formel ändert sich gelegentlich.
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